Schilddrüse

Allgemeines
Entstehung
Diagnose
Therapie

Allgemeines
Die Schilddrüse ist eine hormonproduzierende Drüse, welche am Hals unterhalb des Kehlkopfes liegt. Sie verwertet das mit der Nahrung aufgenommene Jod zur Produktion der Schilddrüsenhormone. Diese sind mitverantwortlich für eine normale Entwicklung im Kindes- und Jugendalter und sorgen beim Erwachsenen für das Funktionieren von Stoffwechsel und Energiehaushalt. Die Schilddrüsenhormone wirken auf Herz und Kreislauf, Nervensystem und Muskulatur, Magen und Darmtrakt aber auch auf das Temperament und die Stimmungslage.

Entstehung
Eine Vergrößerung der Schilddrüse nennt man Kropf bzw. Struma. Die häufigste Ursache für eine Struma ist der Mangel an Jod in der Nahrung. Jod ist die Voraussetzung für die ausreichende Bildung der Schilddrüsenhormone. Ist zu wenig Jod vorhanden, versucht die Schilddrüse diesen Mangel durch Wachstum auszugleichen. Es bilden sich mehr und größere Drüsenzellen, die vermehrt Hormon produzieren sollen. So entsteht ein Kropf.
In Österreich wird zur Vorbeugung das Speisesalz künstlich mit Jodid angereichert. Dadurch sind die Häufigkeit und die Ausprägung der Kropfentwicklung deutlich gesunken.
Andere Gründe, warum sich die Schilddrüse vergrößern kann, sind Entzündungen, Autoimmunerkrankungen, gutartige und bösartige Tumore. Der Kropf kann sichtbar oder erst durch eingehende Untersuchung feststellbar sein.

Diagnose
Um eine Struma nachzuweisen, muss eine exakte Bestimmung der Größe, Lage und Struktur der Schilddrüse erfolgen. Dies geschieht zuerst durch einen genauen Tastbefund, weiters mit Ultraschall sowie durch ein Szintigramm. Dabei wird eine harmlose radioaktive Substanz mittels einer Injektion verabreicht. Diese Substanz wird von der Schilddrüse gespeichert und zeigt somit den Funktionszustand an. Wird wenig gespeichert, spricht man von kalten Arealen bzw. kalten Knoten; diese produzieren wenig oder kein Hormon. Wird viel gespeichert, spricht man von heißen Arealen bzw. heißen Knoten; diese produzieren viel oder sogar zu viel Hormon. Eine Blutuntersuchung gibt über die Hormonsituation Auskunft.

Therapie
1. Konservative Behandlung
Konservative Behandlung bedeutet nicht-operative Behandlung. Wenn eine Struma festgestellt wird, kann mit einer Kombination von Schilddrüsenhormon und Jod ein weiteres Wachstum der Struma verhindert werden bzw. manchmal sogar eine Verkleinerung des Kropfes erreicht werden. Nebenwirkungen dieser Medikamente sind sehr selten. Regelmäßige Kontrollen der Schilddrüsenhormone im Blut sind jedoch unumgänglich notwendig.
2. Chirurgische Behandlung
Es gibt mehrere Gründe, weshalb ein operativer Eingriff an der Schilddrüse notwendig werden kann. Der wichtigste ist sicher der Verdacht auf ein bösartiges Gewächs.
Weitere Gründe sind die Überfunktion und die Größenzunahme eines an sich harmlosen Kropfes. Das Krankheitsbild kann dabei sehr dramatisch werden mit Herzrasen, Schweißausbrüchen, Gewichtsverlust und Erschöpfungszuständen, Druckgefühl im Hals bis zur Einengung der Luftröhre und Luftmangel bei geringer Belastung wie Stiegensteigen.
Schilddrüsenoperationen werden relativ häufig durchgeführt und grundsätzlich von jedem erfahrenen Chirurgen als Standardoperation beherrscht. Nur wenige Zentren setzen aber die moderne Methode der elektrischen Stimulation der Stimmbandnerven bei Schilddrüsenoperationen ein. Voraussetzungen dafür sind genaueste anatomische Kenntnisse sowie die entsprechende apparative Ausrüstung.
Entlang der Luftröhre verläuft hinter der Schilddrüse der Stimmbandnerv und zieht zu den Stimmbändern bzw. Stimmbandmuskeln im Kehlkopf. Er kann während der Operation trotz großer Sorgfalt überdehnt oder verletzt werden. Die Folge ist eine Stimmbandlähmung. Zur Vermeidung bzw. Reduzierung dieser für den Patienten unangenehmen Komplikation dient die moderne Operationsmethode mit elektrischer Stimulation des Stimmbandnervs.

Nachbehandlung
Wenn große Teile oder die gesamte Schilddrüse entfernt worden sind, muss dem Körper die fehlende Menge an Schilddrüsenhormon zugeführt werden. Dies geschieht in Form von Tabletten, wobei die Dosierung dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden muss. Das bedeutet, dass eine Kontrolle mittels Blutabnahme nach 6 Wochen sowie nach 6 Monaten durchgeführt werden soll.

 cms by IS-IT-ON