Neue Operationsmethode für kleine Nabelbrüche (Umbilikalhernien):

Proceed Ventral Patch – PVP

 

 

 

Die Umbilikalhernie ist ein relativ häufiges Krankheitsbild, ca. 6-14% aller Bauchwandbrüche entstehen im Nabelbereich. Die Gefahr des Einklemmens von Bruchsackinhalt (z.B. Darm, Fettgewebe) ist mit bis zu 13% hoch. Ein neues gewebeschonendes Verfahren, die sog. PVP-Methode (Proceed Ventral Patch) stellt in Aussicht, dass Nabelbruchoperationen bald schon nur noch ambulante Eingriffe sein könnten. Ich biete diese neue Methode seit Herbst 2009 an der Abteilung für Chirurgie am Landesklinikum Krems als eines der ersten Zentren in Österreich an.

Weltweit gehören Hernienoperationen zu den am häufigsten durchgeführten chirurgischen Eingriffen. Zur Behebung muss immer eine Operation erfolgen, weil sich bei diesen Brüchen ein Teil des Bauchfells durch eine Lücke in der Bauchwand nach außen stülpt. Ein Zustand, der ziehende, stechende Schmerzen verursachen kann und mitunter lebensbedrohliche Ausmaße annimmt, wenn es zur Einklemmung des Bruchsackes mit Inhalt kommt.
 

  
 

Die meisten Nabelbrüche sind kleiner als 3 cm, ca. 70% der Patienten klagen über verschiedene Beschwerden (Schmerzen oder Druckgefühl im Nabelbereich, Krämpfe, Vorwölbung und Hautaffektionen beim Nabel, etc.). Frauen sind 3-5 Mal häufiger betroffen, die meisten Patienten sind zwischen 35 und 50 Jahre alt. Übergewicht ist der Hauptrisikofaktor in der Entstehung von Umbilikalhernien.

Wenn ein kleiner Nabelbruch ohne Netzverstärkung verschlossen, dann liegt das Risiko eines Rezidivs (Wiederauftreten des Nabelbruchs) bei bis zu 51% innerhalb von 10 Jahren. Die PVP-Methode beruht darauf, dass ein neuartiges Kunststoffnetz eingesetzt wird, das die Bruchlücke von innen schließt. So kann das Rezidivrisiko auf 1% reduziert werden. Allerdings soll die Bruchlücke nicht größer als 3 cm sein.

 


Das PVP-Netz wird über einen kleinen Schnitt im Nabelbereich eingebracht und so platziert, dass es innerhalb der Bruchlücke zu liegen kommt. Das Netz spannt sich selbst aus und brauch dann nur mehr fixiert werden. So wird die Bruchlücke optimal verstärkt, das Netz selbst wächst in das Gewebe ein. Fast 90% des Netzes lösen sich innerhalb von 6 Monaten wieder auf, sodass sehr wenig Fremdmaterial im Körper zurückbleibt. Der Eingriff dauert ca. 20 Minuten, ein Großteil der Patienten kann am Operationstag oder am Tag danach das Krankenhaus wieder verlassen.
 

Nota bene: Die Operationsmethode eignet sich nicht nur für Nabelbrüche, auch so genannte Trokarhernien (kleine Bauchwandbrüche nach laparoskopischen Eingriffen) können auf diese Weise optimal versorgt werden.


 

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