Leistenbruch
-- Kurzinfo Leistenbruch (PDF)
-- NEU !! UHS-Methode
Medizinische Fachausdrücke
- Leistenhernie, Inguinalhernie: Leistenbruch
- Lichtenstein-Operation: Offene Operationstechnik mit Kunststoffnetz
- TEP, TAPP: Minimal invasive Operationstechniken mit Kunststoffnetz
- Shouldice-Operation: "Klassische" offene Operationstechnik ohne Kunststoffnetz
- Seit 2007: Neue Technik unter Verwendung des UHS-Kunststoffnetzes
Was merken Patienten bei einem Leistenbruch?
- Vorwölbung in der Leistengegend
- Leichte ziehende Schmerzen in der Leistengegend, besonders bei körperlicher Anstrengung oder Treppensteigen
Was muß untersucht werden, wenn der Verdacht auf einen Leistenbruch vorliegt?
- Körperliche Untersuchung
- Unter Umständen kann eine Ultraschalluntersuchung nötig sein
- Eventuell Dickdarmuntersuchung (Spiegelung, Röntgen)
Durch eine körperliche Untersuchung durch einen Arzt kann in den meisten Fällen ein Leistenbruch erkannt werden. Nur in wenigen Fällen wird eine Ultraschalluntersuchung notwendig sein. Unter Umständen sollte eine Dickdarmuntersuchung durchgeführt werden, um eine Dickdarmerkrankung als Ursache für den Leistenbruch auszuschließen.
Wann muß operiert werden?
Jeder Leistenbruch sollte operiert werden, denn bei jedem Leistenbruch besteht prinzipiell die Gefahr einer Darmeinklemmung. Dies kann einen Darmverschluß zur Folge haben.
Wie sollte operiert werden?
Es bestehen zwei unterschiedliche Methoden, eine Leistenbruchoperation durchzuführen:
- Als offene herkömmliche Methode
- Als Bauchspiegelung (minimal invasive Technik, Knopflochchirurgie)
Offene herkömmliche Methode
Diese Methode wird seit langer Zeit zur Operation von Leistenbrüchen durchgeführt. Dabei wird über einen Hautschnitt im Bereich des Leistenbruchs die Bruchlücke in der Bauchwand durch spezielle Nähte verschlossen. Durch diese Nähte wird die Bauchwand an der Stelle des Leistenbruchs doppelt gelegt und somit verstärkt, damit dort kein neuer Leistenbruch entstehen kann (sog. Shouldice-Operation).
Als Alternative hat sich das Einbringen eines körperverträglichen Kunststoffnetzes zur Vermeidung eines erneuten Bruches bewährt (sog. Lichtenstein-Operation). Seit 2007 wird eine neue Methode verwendet, bei der ein modernes Kunststoffnetz eingesetzt wird, das die Bruchlücke sowohl von innen als auch von außen – wie bei einem Sandwich – schließt. Die neue ‚Sandwich-Technik‘ vereint die Vorzüge der Lichtenstein-Operation und der laparoskopischen Technik. Das Implantat wird über einen kleinen Schnitt knapp oberhalb der Leiste eingebracht und so platziert, dass es sowohl innerhalb als auch außerhalb der Bruchlücke zu liegen kommt. Der Leistenkanal wird so optimal verstärkt. Das Netz selbst wächst in das Gewebe ein, mehr als die Hälfte löst sich wieder auf, sodass weniger Fremdmaterial im Körper zurückbleibt. Das bedeutet, dass der Patient weniger Schmerzen hat und schneller nach Hause gehen kann.

vor der Operation |

nach der Operation |
Bauchspiegelung
Bei dieser neuen Methode ist kein großer Hautschnitt nötig. Der Leistenbruch wird mit einer Videokamera, welche über den Bauchnabel eingeführt wird, dargestellt und von innen, also vom Bauchraum her, verschlossen. Der Verschluß der Bruchlücke in der Bauchwand erfolgt durch ein Kunststoffnetz. Dadurch wird bei dieser Methode die Bauchwand im Leistenbereich verstärkt (sog. TEP- oder TAPP-Operation).
Welche Methode für Sie in Frage kommt bzw. die Beste ist, wird mit Ihnen ausführlich besprochen werden.
Was kann bei der Operation passieren?
- Es kann in weniger als 5% zu einem Wiederauftreten des Leistenbruches kommen.
- Es kann in weniger als 2% zu einer Durchblutungsstörung des Hodens kommen.
- Der Samenleiter kann in weniger als 1% geschädigt werden.
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