Hämorrhoiden
Allgemeines
Das schmerzvolle Hämorrhoidalleiden ist weiter verbreitet als vermutet. Schätzungen gehen von bis zu 50 Prozent der Österreicher aus, die damit konfrontiert sind.
Hämorrhoiden hat jeder, denn dabei handelt es sich um die natürlichen Schleimhautpolster aus Venengeflechten, Bindegewebe und Muskelfasern im untersten Teil des Mastdarms. Das heißt, die Hämorrhoidenzone befindet sich am Übergang des Mastdarms in den Analkanal. Gelegentlich werden Hämorrhoiden auch als hämorrhoidale Schwellkörper bezeichnet. Sie sind neben dem eigentlichen Schließmuskel für den Verschluss des Enddarmes verantwortlich.
Entstehung
Hämorrhoiden entstehen nicht von heute auf morgen. Folgende Faktoren sind für das Auftreten von Hämorrhoiden ausschlaggebend:
- Unausgewogene Ernährung
- Mangelnde Bewegung
- Starkes, langes Pressen beim Stuhlgang
- Verstopfung, harter Stuhl
- Durchfall
- Abführmittelmissbrauch
- Sitzende Lebensweise
- Schwangerschaft
- Veranlagung bzw. Bindegewebsschwäche
Was umgangssprachlich als Hämorrhoiden bezeichnet wird, ist eigentlich die krankhafte Vergrößerung und Verlagerung der natürlichen Hämorrhoidalpolster.
Diagnose
Wie viele andere Erkrankungen auch, durchlaufen krankhafte Hämorrhoiden mehrere Krankheitsphasen, die mit verschiedenen Symptomen verbunden sind. Die mit Hämorrhoiden einhergehenden Schmerzen und Unannehmlichkeiten können sein:
- Blut im Stuhl, in der WC-Schüssel, am Toilettenpapier oder in der Wäsche
- Jucken, Nässen, Schmieren
- Gefühl der unvollständigen Entleerung
- Vorfall von Knoten beim Stuhlgang
- Schmerzen am After
Die Intensität des Schmerzes ist nicht automatisch ein Hinweis für den Schweregrad der Erkrankung. Blutungen können in jedem Stadium auftreten.
4 Stadien der Erkrankung
Stadium I: vergrößerte Hämorrhoidalpolster mit Beschwerden
Stadium II: Vorfall von Knoten beim Stuhlgang, die sich von alleine wieder zurückziehen
Stadium III: Vorfall von Knoten, die manuell wieder zurückgeschoben werden müssen
Stadium IV: vorgefallene Knoten, die sich nicht mehr zurückschieben lassen
Akute hämorrhoidale Krise: Thrombose und Entzündung von Knoten mit nicht zurückschiebbarem (reponierbarem) Vorfall. Dies ist mit starken Schmerzen verbunden.
Therapie
Je nach Stadium gibt es unterschiedliche Therapieansätze – von konservativer Behandlung bis zur Operation.
1. Konservative Behandlung
Konservative Behandlung bedeutet nicht-operative Behandlung und wird bei Hämorrhoiden der Stadien I, II und teilweise III angewandt. Neben bewährten Hausmitteln zählen dazu Salben, Zäpfchen sowie Medikamente, aber auch die Verödung, Infrarot- bzw. Laser-Behandlung und die so genannte Gummiband-Ligatur.
2. Chirurgische Behandlung: Hämorrhoidenoperation nach Longo
Wenn die konservativen Behandlungsmaßnahmen erfolglos bleiben, hilft nur noch ein operativer Eingriff. Der italienische Arzt Dr. Antonio Longo hat eine Operationstechnik entwickelt, die bei fortgeschrittenem Hämorrhoidalleiden zur Anwendung kommt. Sie wird bei Hämorrhoiden im Stadium III sowie sehr begrenzt auch im Stadium IV eingesetzt. Sie wird von zahlreichen namhaften Experten als vielversprechende und sehr gute Methode beurteilt. Die Operation nach Longo wird auch PPH-Verfahren (Procedure for Prolapse and Hemorrhoids) genannt.
Die Operation wird mit einem Rundnahtgerät (dem so genannten Circular-Stapler) durchgeführt, wie man es in der Bauchchirurgie zum Verbinden von Darmteilen verwendet. Die Hämorrhoiden in der empfindlichen Haut des Afters werden nicht berührt. Es wird im schmerzunempfindlichen Enddarm ein ca. 3 cm breiter Schleimhautring ausgestanzt und der Defekt überbrückt.
Durch die verringerte Blutzufuhr, den verbesserten Blutabfluss aus den Schwellpölstern und deren Rückverlagerung in den Analkanal ist eine volle Funktion des Kontinenzorgans gewährleistet. Die Hämorrhoiden bilden sich rasch zurück.
|